Kurzgespräch

Das Kurzgespräch

„Kann ich Sie mal kurz sprechen?“ Kennen Sie diesen Satz?
Was so beiläufig beginnt, kann sich rasch zu einem tiefgründigen Gespräch entwickeln. Das weckt gemischte Gefühle: Wie kann man da angemessen reagieren, kurz und bündig zur Sache kommen und zugleich das Gegenüber aktivieren?

Wo und wie kann man das lernen? Das Kurzgespräch in Beratung und Seelsorge vermittelt die Haltung und Methodik für solche Gespräche. Es zielt darauf, dass Menschen ihr Anliegen klären und wieder Handlungsmöglichkeiten für ihr Leben entdecken und umsetzen können.

Hier finden Sie Erläuterungen zum Kurzgespräch. Sie werden informiert über die Methode, den  zeitlichen Rahmen, die Einsatzmöglichkeiten. Sie erfahren etwas über die theoretischen Hintergründe und  die Verortung des Kurzgespräches im Rahmen von Seelsorge und Beratung.

Das Kurzgespräch führt als Gesprächsmethode zielorientiert auf kurzem Weg zum Kern einer ratsuchenden Person und will diese befähigen, Vertrauen in ihre Handlungskompetenzen zu gewinnen.

Das Kurzgespräch eignet sich für viele Berufsgruppen, die mit Beratung, Therapie oder Seelsorge zu tun haben. Es ist geeignet für Lehrer*innen, Berater*innen, Führungskräfte, Haupt- und Ehrenamtliche in der Seelsorge Engagierte und viele andere Berufsgruppen.

Im Kurzgespräch wird zugewandt auf einen Menschen und sein Anliegen eingegangen. Ziel ist es, die eigenen Kräfte und Möglichkeiten der ratsuchenden Person zu aktivieren, so dass sie wieder ihr Leben gestalten kann.

Dieses Gespräch ist inhaltlich begrenzt und einmalig, so gesehen kurz und bündig, ohne dass es sich in Minuten fassen ließe.

Alle Gespräche bei Begegnungen im Alltag können Gelegenheiten für ein Kurzgespräch sein.

Eine Person mit einem Anliegen nutzt den Augenblick und die Begegnung oft intuitiv – in der Hoffnung, dass das kleine Gespräch etwas für die ratsuchende Person bewirken kann.

Die angesprochene Person entscheidet, ob sie hier und jetzt für die  ratsuchende Person als qualifiziertes Gegenüber, aufmerksam, zugewandt und wertschätzend, da sein kann.

Jörg Machel im Gespräch mit Timm Lohse